Schnelllauf-Sektion
Eislauf-Club Zürich

Christian Oberbichler unterbietet erneut den Schweizer Rekord 500m mit 35.71.

Christian Oberbichler hat den Anschluss zu den Topathleten des Eisschnelllaufs gefunden. Am ISU World Cup Heerenveen December 12-14 2014. 

Artikel aus dem Beitrag von Limmattaler Zeitung von 24.10.2014:

christian oberbichler Schweizer 500m RekordEs erinnert an amerikanische Sportfilme, wenn Christian Oberbichler von seinem Sommertraining erzählt. «Auch wenn es gerade herunterregnete, machten wir auf der Leichtathletikbahn Übungen. Unsere Trainerin stand im Trockenen und überwachte uns dabei.» Der 22-Jährige hat sich so hart und diszipliniert auf die Saison vorbereitet wie nie zuvor. Neunmal pro Woche trainierte er, samstags und sonntags je zweimal täglich, wetterunabhängig. Darüber hinaus trat er in den Turnverein Urdorf ein und nahm wie früher an Leichtathletikwettkämpfen teil.

 

Die Härte gegen sich selbst ist etwas Neues im Sportlerleben des Limmattalers, das im letzten Jahr von einer langwierigen Verletzung an der Patellasehne beeinträchtigt war. «Ich arbeitete zum ersten Mal gezielt auf etwas hin», sagt er. Dieses Etwas ist die Weltcuplimite. Die hat er kürzlich in Inzell (D) über 500 m geknackt. Die 36,38 Sekunden bedeuten eine Verbesserung seines Schweizer Rekords um 19 Hundertstelsekunden. Die vormalige Bestmarke war er 2012 zudem auf der erwiesenermassen schnelleren Bahn in Calgary gelaufen.

Der Weg zum Top Sport

Den Grund für den Exploit sieht Oberbichler im Trainingslager Anfang Oktober. «Dort schaute ich von Profis ab, wie sie auf der letzten Geraden die Kraft auf das Eis bringen – eines meiner grossen Probleme.» Oberbichlers Trainerin Brigitte Riesen, selbst in Urdorf aufgewachsen, hat schon zum Ende der vergangenen Saison, im Frühling in Calgary festgestellt, dass etwas neu ist an ihrem langjährigen Schützling.

Sie erzählt dazu folgende Anekdote: «Nach dem Wettkampf war er zunächst enttäuscht gewesen über die Zeit. Am Abend stand er dann plötzlich in meinem Zimmer und sagte: ‹Eigentlich ist das ein gutes Resultat nach meiner Verletzung.› Christian hatte begriffen, worum es geht.» Das Neue manifestiere sich auch im Erscheinungsbild des Limmattalers. «Letztes Jahr war er eine halbe Person», drückt es Riesen aus, «jetzt ist er ein richtiger Athlet, vom Körperbau und vom Auftreten her.»

Nicht von Null auf Hundert

Unverändert ist hingegen Oberbichlers Geduld. Die ist auch gefragt hinsichtlich seiner Weltcuppremiere. Die ersten zwei Veranstaltungen finden in Asien statt – zu weit und zu teuer für Oberbichler. Anfang Dezember in Berlin sollte es klappen mit dem ersten Weltcupstart eines Schweizers über die Sprintdistanz seit dem Jahr 2007 (Simon van Beek).

Bis dahin trainiert er weiter neben seinem 100-Prozent-Arbeitspensum als Servicemonteur, zu dem der Schreiner dieses Jahr aufgestiegen ist. Der denkbare Schritt zum Profi hinsichtlich der Olympischen Spiele 2018 ist für ihn noch kein Gedanke. «Die Gefahr würde bestehen, dass ich mich verheize. Ich will nichts überstürzen», sagt Oberbichler. Er hat erfahren, dass es sich für ihn lohnt, auf Geduld zu setzen.

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